Projekt GESCCO

Die demographischen Entwicklungen verändern Deutschland. Insbesondere die Kommunen sehen sich mit der Aufgabe konfrontiert die Versorgung einer stetig steigenden Anzahl älterer Menschen durch die Umsetzung neuer Konzepte sicher zu stellen. Diese umfasst nicht nur die Gewährleistung der pflegerischen und medizinischen Versorgung, sondern vielmehr den Erhalt von Gesundheit und Lebensqualität bis ins hohe Alter. Insbesondere die Teilhabe am gesellschaftlichen und sozialen Leben ist grundlegend für Autonomie und Selbstbestimmung. Problematisch wird es für die Menschen, wenn ihre Netzwerke mit steigendem Alter zusehens ausdünnen und so auch ihre Beteiligungsmöglichkeiten sinken, die sozialen Kontakte weniger werden und niederschwellige Hilfenetzwerke gänzlich verloren gehen. Dies führt zu einer schleichenden Isolierung mit gravierenden psychologischen und physiologischen Auswirkungen. Das Projekt „Generating Sharing and Caring Communities - Integrating Technologies, Volunteering and Services“ (GESCCO) entwickelt Strategien zur Kompensation entfallender Netzwerke im Alter. Es basiert auf dem Wissen über Funktionsweisen und Relevanz sozialer Netzwerke und verbindet dies mit dem Potential zukünftiger Generationen von Senioren, die motiviert, finanziell abgesichert sowie zeitlich flexibel sind und eine hohe Bereitschaft haben, sich innerhalb sozialer Gruppen mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung einzubringen. Innerhalb dieser selbstorganisierten Netzwerke werden kleinere Bedarfe eigenständig erkannt und entsprechende Hilfen geleistet (z.B. Einkaufshilfe oder Fahrtgemeinschaften). Ergänzt werden diese sogenannten Sharing- Netzwerke durch ein Caring- Netzwerk bestehend aus professionellen Akteuren (Wohlfahrtsverbände und Kommunen), die über die selbstorganisierten Angebote hinausgehende Bedarfe erkennen und diese durch professionelle Angebote decken. Diese beiden Netzwerke effizient zu verbinden und deren Potentiale zu nutzen, stellt dabei eine besondere Herausforderung für Wohlfahrtsverbände und Kommunen dar. GESCCO hat das Potential, die demographischen Veränderungen aktiv zu gestalten und zu einer Verbesserung der Lebensqualität älterer Menschen beizutragen. GESCCO findet in Kooperation mit dem Arbeiter-Samariter Bund in Mittelhessen und der Stadt Offenbach sowie dem Deutschen Roten Kreuz in Wiesbaden und der Landeshauptstadt Wiesbaden statt. Zusätzliche Expertise erhält das Projekt durch das Fraunhofer IAO und die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenbüros. Mit dem Projekt GESCCO geht das Institut für Zukunftsfragen in der Gesundheits- und Sozialwirtschaft  (IZGS) der Evangelischen Hochschule Darmstadt neue und innovative Wege in der Gestaltung demographischer Entwicklungen, indem das Altern nicht mehr ausschließlich mit der Inanspruchnahme von Leistungen gleichgesetzt wird, sondern vielmehr das Potential einer alternden Gesellschaft erkannt, genutzt und aktiv gefördert wird. 

                                

Projektzeitraum: 11/2016 - 10/2019

Projektleitung: Prof. Dr. Michael Vilain

Ausführende Stelle: Institut für Zukunftsfragen der Gesundheits- und Sozialwirtschaft (IZGS)

Mitarbeiter: Dr. Matthias Heuberger, Sebastian Wegner (bis 31.03.2019)

Projektbeteiligte: Fraunhofer IAO (Stuttgart), Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros (BaS), Arbeitersamariterbund (ASB) Landesverband Hessen e.V., DRK Soziale Dienste-Rhein-Main-Taunus gemeinnützige GmbH, Stadt Offenbach am Main, Stadt Wiesbaden

Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Projektträger: Projektträger Jülich (PtJ)

FKZ: 13FH003SX6

Weitere Informationen zum Projekt:

 

IZGS der EHD

Zweifalltorweg 12

64293 Darmstadt

izgs(at)eh-darmstadt.de

Fon: +49 (0) 6151 8798-839

Fax: +49 (0) 6151 8798-58